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Probleme lösen 29.10.2026 8 Min. Lesezeit

Shelly 2PM Rollladen kalibrieren: So klappt die Positionsfahrt

Du tippst in der App auf 50 Prozent – und der Rollladen fährt entweder ganz hoch, ganz runter oder bleibt irgendwo in der Mitte stehen. Die Positionsanzeige stimmt nicht, Zeitpläne fahren ins Leere, und Alexa versteht gar nicht, was du meinst. Das liegt fast immer an einer fehlenden oder fehlgeschlagenen Kalibrierung. Ohne sie weiß dein Shelly 2PM schlicht nicht, wo der Rollladen gerade steht – und kann ihn deshalb auch nicht gezielt anfahren.

Die gute Nachricht: Die Kalibrierung ist kein Hexenwerk, und wenn sie fehlschlägt, hat das fast immer eine von wenigen, gut erklärbaren Ursachen.

Wie die Kalibrierung überhaupt funktioniert

Der Shelly 2PM misst während der Fahrt die Leistungsaufnahme des Rollladenmotors. Ein typischer Rohrmotor zieht während der Bewegung je nach Typ etwa 5 bis 2000 Watt. Erreicht der Rollladen seine Endlage, schaltet der Endschalter im Motor den Strom ab – die gemessene Leistung fällt auf 0 Watt. Genau daran erkennt der Shelly: Hier ist oben bzw. unten.

Bei der Kalibrierung fährt der Shelly den Rollladen einmal komplett hoch und einmal komplett runter und misst dabei die Fahrzeiten in beide Richtungen. Aus diesen Zeiten berechnet er später jede Zwischenposition: 50 Prozent bedeutet dann einfach „die Hälfte der gemessenen Fahrzeit“. Voraussetzung dafür ist also zweierlei: Der Motor muss in den Endlagen seinen Stromverbrauch sauber auf null senken, und er muss frei und ohne Widerstand in beide Richtungen fahren können.

Wichtig zu wissen: Die Kalibrierung ersetzt nicht die Endlageneinstellung am Motor selbst. Die mechanischen oder elektronischen Endschalter des Motors müssen vorher korrekt eingestellt sein – sonst fährt der Rollladen entweder gegen einen Anschlag, der gar nicht existiert, oder er stoppt, bevor er ganz oben oder unten ist.

Vor der Kalibrierung: Diese 5 Punkte abhaken

Bevor du auf „Kalibrieren“ tippst, prüfe diese Punkte. Die meisten Fehlschläge passieren, weil einer davon nicht erfüllt ist:

  1. Endlagen am Motor eingestellt: Fahre den Rollladen einmal per Taster komplett hoch und komplett runter. Stoppt er in beiden Richtungen sauber von selbst, sind die Endlagen richtig gesetzt. Fährt er gegen den Kasten oder bleibt er vorher stehen, stelle zuerst die Endlagen am Motor ein (siehe Motoranleitung).
  2. Richtige Verdrahtung: Die beiden Fahrtrichtungen müssen korrekt an den Ausgängen des Shelly hängen, und der Taster muss an den richtigen Eingängen sitzen. Vertauschte Adern führen dazu, dass „hoch“ und „runter“ durcheinandergeraten und die Kalibrierung abbricht.
  3. Geräteprofil „Cover“: In der Shelly-App bzw. Weboberfläche muss das Gerät als Rollladen (Cover) eingerichtet sein – nicht als zwei unabhängige Schalter. Nur im Cover-Modus gibt es überhaupt eine Kalibrierungsfunktion.
  4. Freie Fahrt: Nichts darf den Rollladen blockieren – kein geklemmter Panzer, kein Fremdkörper in den Führungsschienen, kein vereister Rollladen im Winter.
  5. Stabile Stromversorgung: Der Shelly braucht während der Kalibrierung eine stabile WLAN-Verbindung und darf nicht zwischendurch stromlos werden. Brichst du die Kalibrierung ab, musst du sie von vorn starten.

So startest du die Kalibrierung

  1. Öffne die Shelly-App, wähle den 2PM aus und gehe in die Geräteeinstellungen.
  2. Suche den Bereich für den Rollladen-Modus (Cover) und dort die Option „Kalibrieren“. Alternativ geht es auch über die Weboberfläche des Geräts: IP-Adresse des Shelly im Browser aufrufen, dann die Kalibrierung starten.
  3. Starte die Kalibrierung und lass den Rollladen in Ruhe arbeiten. Er fährt jetzt einmal komplett in beide Richtungen – das dauert je nach Fenstergröße ein bis zwei Minuten.
  4. Warte, bis die App eine erfolgreiche Kalibrierung meldet. Erst dann ist die Positionsfahrt aktiv.
  5. Teste danach: Fahre den Rollladen auf 50 Prozent und prüfe, ob er tatsächlich ungefähr in der Mitte stoppt. Passen Hoch-, Runter- und Prozentfahrt, bist du fertig.

Nach der erfolgreichen Kalibrierung ist die Positionsfahrt aktiv.

Wenn die Kalibrierung fehlschlägt: Die 5 häufigsten Ursachen

Ursache 1: Der Motor senkt den Verbrauch in der Endlage kaum ab

Manche Motoren – vor allem neuere elektronische Typen – schalten in der Endlage nicht sauber auf 0 Watt, sondern ziehen weiter 2 bis 10 Watt. Der Shelly erkennt dann die Endlage nicht und bricht die Kalibrierung ab. Ein typisches Symptom: In der App bewegt sich der Rollladen weiter, obwohl er mechanisch längst oben oder unten ist.

Die Lösung ist eine manuelle Schwelle für die Endlagenerkennung. Rufe die Weboberfläche deines Shelly auf und prüfe, welche Leistung in der Endlage angezeigt wird. Liegt sie zum Beispiel bei 3 Watt, stellst du die Abschaltschwelle etwas darüber ein – etwa auf 5 Watt. Der Befehl dafür lautet in der Adresszeile des Browsers, mit der IP deines Shelly:

http://192.168.x.x/settings/roller/0?off_power=5

(ersetze 192.168.x.x durch die IP-Adresse deines Geräts). Danach die Kalibrierung erneut starten.

Ursache 2: Die Fahrzeit ist länger als 120 Sekunden

Besonders große Rollläden – und fast immer Markisen – brauchen länger als 120 Sekunden für eine komplette Fahrt. Die Standard-Einstellung des Shelly reicht dann nicht aus, und die Kalibrierung schlägt fehl. Auch hier hilft ein Befehl über die Weboberfläche, mit dem du die maximale Laufzeit in beide Richtungen erhöhst, zum Beispiel auf 200 Sekunden:

http://192.168.x.x/settings/roller/0?maxtime_open=200&maxtime_close=200

Miss vorher grob die echte Fahrzeit deines Rollladens und wähle einen Wert, der etwas darüber liegt. Beachte: Eine Laufzeit über der Herstellerangabe stellst du auf eigene Verantwortung ein – der Motor muss dafür ausgelegt sein.

Ursache 3: Trennrelais oder fehlende Leistungsmessung

Die Kalibrierung lebt von der Leistungsmessung. Sitzt zwischen Shelly und Motor ein Trennrelais, kommt am Shelly keine saubere Leistungsmessung mehr an – die Kalibrierung kann dann gar nicht funktionieren. Das Gleiche gilt, wenn die Leistungsmessung des Geräts defekt ist: Prüfe in der App oder Weboberfläche, ob beim Fahren überhaupt ein Verbrauchswert angezeigt wird. Bleibt der Wert dauerhaft bei 0 Watt, obwohl der Motor läuft, liegt ein Verdrahtungs- oder Geräteproblem vor, das du erst beheben musst.

Ursache 4: Mehrere Rollläden an einem Shelly

Hängen mehrere Rollläden parallel an einem einzigen 2PM, laufen sie nie exakt synchron. Einer erreicht seine Endlage früher als der andere, die gemessene Leistung springt, und die Kalibrierung scheitert. Aus Forenberichten ist bekannt, dass die Kalibrierung in solchen Fällen erst geklappt hat, nachdem alle bis auf einen Rollladen abgeklemmt wurden. Die saubere Dauerlösung: ein Shelly pro Rollladen – dann stimmen auch die Positionen einzeln.

Ursache 5: Falsches Profil oder vertauschte Fahrtrichtungen

Läuft der Shelly im Schalter-Profil statt im Cover-Profil, gibt es keine Kalibrierung – das Gerät schaltet dann nur zwei Kanäle unabhängig voneinander. Und wenn Hoch und Runter vertauscht angeschlossen sind, fährt der Rollladen in die falsche Richtung und die Messung gerät durcheinander. Beides prüfst du in wenigen Minuten: Profil auf „Cover“ stellen, dann per App einmal hoch und einmal runter fahren und schauen, ob die Richtung stimmt.

Nach der Kalibrierung: Das solltest du noch prüfen

  • Prozentfahrt testen: 25, 50 und 75 Prozent anfahren – der Rollladen sollte jeweils ungefähr an der richtigen Stelle stoppen.
  • Endlagen erneut prüfen: Fährt der Rollladen nach der Kalibrierung nicht mehr ganz hoch oder runter, waren die Motor-Endlagen doch nicht sauber eingestellt. Dann erst den Motor neu einstellen, dann erneut kalibrieren.
  • Zeitpläne und Szenen neu testen: Automationen, die auf Positionen angewiesen sind, funktionieren erst mit einer gültigen Kalibrierung zuverlässig.

Sicherheitshinweis: Der Shelly 2PM arbeitet mit 230 Volt. Schalte vor Arbeiten an der Schalterdose die Sicherung aus und prüfe, dass wirklich kein Strom mehr anliegt. Wenn du dir bei der Verdrahtung unsicher bist, lass die Installation von einer Elektrikerin oder einem Elektriker prüfen.

Häufige Fragen

Muss ich den Rollladen nach jedem Stromausfall neu kalibrieren?

Nein. Die Kalibrierwerte bleiben im Gerät gespeichert und überleben einen Stromausfall. Nur wenn du den Shelly auf Werkseinstellungen zurücksetzt oder die Verdrahtung änderst, musst du erneut kalibrieren.

Warum fährt mein Rollladen nach der Kalibrierung trotzdem nicht auf die gewünschte Position?

Meist sind die Motor-Endlagen nicht exakt eingestellt oder die gemessene Fahrzeit stimmt nicht, weil der Rollladen während der Kalibrierung blockiert war oder manuell eingegriffen wurde. Stelle die Endlagen am Motor sauber ein und kalibriere dann erneut, ohne zwischendurch einzugreifen.

Was bedeutet es, wenn der Shelly in der Endlage noch einige Watt anzeigt?

Das ist bei elektronischen Motoren normal: Sie ziehen auch in der Endlage noch einen kleinen Ruhestrom. Für die Kalibrierung ist das nur dann ein Problem, wenn der Shelly die Endlage dadurch nicht erkennt – dann hilft die manuelle Abschaltschwelle (off_power), wie oben beschrieben.

Kann ich einen Rollladen auch ohne Kalibrierung per App steuern?

Ja, Hoch und Runter funktionieren auch ohne Kalibrierung. Was dann fehlt, ist die Positionsfahrt: Prozentangaben und Automationen mit Zwischenpositionen funktionieren nicht zuverlässig, weil der Shelly die Fahrzeiten nicht kennt.

Warum schlägt die Kalibrierung bei meiner Markise immer fehl?

Markisen fahren meist deutlich länger als 120 Sekunden aus und ein – die Standard-Laufzeit des Shelly reicht dann nicht. Erhöhe die maximale Laufzeit (maxtime_open und maxtime_close) über die Weboberfläche auf einen Wert über der echten Fahrzeit und starte die Kalibrierung erneut.

Kann ich mehrere Rollläden mit einem Shelly 2PM kalibrieren?

Nein, nicht zuverlässig. Parallel geschaltete Rollläden laufen nie exakt synchron, sodass die Leistungsmessung keine saubere Endlage erkennt. Für saubere Positionen braucht jeder Rollladen seinen eigenen Shelly.

Fazit

Die Shelly-2PM-Kalibrierung scheitert fast nie am Gerät selbst, sondern an den Bedingungen drumherum: nicht eingestellte Motor-Endlagen, ein Motor, der in der Endlage kaum weniger Strom zieht, eine zu kurze Standard-Laufzeit bei großen Rollläden oder Markisen, ein Trennrelais dazwischen oder mehrere Rollläden an einem Ausgang. Arbeite die Checkliste vor der Kalibrierung ab, und wenn sie trotzdem abbricht, helfen die beiden Webbefehle für die Abschaltschwelle und die Laufzeit in den meisten Fällen weiter. Danach fährt dein Rollladen endlich dahin, wo du ihn hinhaben willst – auch auf 50 Prozent.

mus

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